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Taeddy

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After having written my memoires, I want to start paintingin addition to selling English childrens book to Germany and A

Entry for July 21, 2006

Bereite gerade eine  Tagebuchein ab dem Jahr 1930 zur Veröffentlichung vor:

Vorkriegszeit: Die Tschechoslowakei war enger Verbündeter Frankreichs, später auch Großbritanniens, der sogenannte „Flugzeugträger“ gegen Deutschland gerichtet. Es waren öfters französische Offiziere von der Militärmission in Pressburg (?#) zu beobachten, die die Ausbildung des tschechoslowakisch Militärs überwachten. Auch wurden Bunker und Befestigungen an der Grenze zu Deutschland errichtet. Als dann Österreich als Ostmark „heim ins Reich“ geholt wurde, war uns in Pressburg Hitler und das Deutsche Reich unmittelbar vor der Haustüre gelegen. Wir waren in der Zeit mehrmals in Wien, bewunderten das deutsche Militär, ihre Bewaffnung und Disziplin. Es wurden immer mehr Stimmen laut, wonach auch das Sudetengebiet „heimgeholt werden sollte. Im September wurde mit dem „Münchner Abkommen“ die Abtretung der Sudetengebiete durch Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland beschlossen, die tschechoslowakischen. Abordnung wurde erst nicht vorgelassen und somit vor vollendete Tatsachen gestellt. Vorher bereiste noch ein Lord Runciman die Gebiete um festzustellen, wo eventuell eine Abstimmung durchgeführt werden sollte. Die dortige Bevölkerung war für den Anschluß an das Reich. So wurde das Sudetengebiet vom 1.-10. Okt. von deutschen Truppen besetzt. Auch das Pressburg gegenüberliegende Engerau fiel an Deutschland. Man konnte das erahnen, da Tage zuvor vom tsechoslowakischen. Militär alle Stellungen und sonstige Einrichtungen geräumt wurden, was, und zwar ziemlich hektisch. Wir konnten ohne Umstände in das befreite Engerau passieren, es waren Heeresverbände und auch Schiffe der Donaumarine da.. Etwa im November wurde der Ort Devin-Theben an der Marchmündung, da hier überwiegend deutsche Bevölkerung ansässig war, auch noch angeschlossen. Die Käsmacherinseln wurden wieder an die CSR zurückgegeben. In Engerau war die Bevölkerung gemischt, also neben Deutschen auch Ungarn, Slowaken und Kroaten. Wer wollte, konnte bleiben, es wurde niemand aus­­gesiedelt. Nur Tschechen, Beamte und Gendarmerie verließen Engerau. Die Zeit 1938 war schon gespannt und manche rechneten mit Kriegsausbruch. Ich war im Sommer 1938 auf der Insel Krk in Jugoslawien, wir konnten aber nicht mehr nach Fiume oder nach Istrien, das damals nach dem 1. Weltkrieg Italien zugesprochen worden war. Wir versuchten es zwar ohne ein Visum aber die italienischen Grenzorgane wiesen uns zurück. Wir hätten gerne die schon aufgefahrene italienische Marine bewundert, auch das half nichts. Die CSR war mit Rumänien und Jugoslawien in der „Kleinen Entente“ gegen Deutschland verbunden. Die Sowjetunion wollte 1938 angeblich der CSR zu Hilfe kommen, aber weder Rumänien noch Polen gewährten ein Durchmarschrecht für die Sowjettruppen. Benes verließ seine Republik am 5. Okt. um nach Großbritannien zu fliegen „Ja uz mam svuj Plan, Aero-plan“ (ich habe schon meinen Plan, ein Flugzeug). Es wurden also im besten Einvernehmen die neuen Grenzen zwischen dem Reich und der CSR abgesteckt. Im Mai 1938 wurde zwar vom tschechoslowakischen Militär die Generalmobilmachung angeordnet, wer aber hätte gekämpft ?

Nicht die Deutschen, weder die Ungarn, noch die Slowaken, Polen (die im Olsagebiet wohnten) und noch die Karpatho-ukrainer. Ein Krieg hätte maximal eine Woche gedauert, trotz der guten Rüstung der tschechoslowakischen Armee. Die Lage beruhigte sich wieder, ein General Syrovy übernahm die Regierung und man machte zum 6. Okt. 1938 auch den Slowaken Zugeständnisse in puncto Autonomie. Am 1. Nov. wurde mit den Ungarn der 1. Wiener Schiedsspruch geschlossen, wobei Ungarn die südliche Slowakei zugesprochen bekamen, auch von der Karpatho-ukraine mit Ungar, Munkacs und vor allem die 2. größte Stadt der Slowakei – Kassa (Kaschau, Kosice).

Das war für die Slowaken niederschmetternd, weil die Stadt nicht überwiegend von Ungarn bevölkert war. Polen bekam auch kleine Gebiete bei Teschen (Czesin) und an der Tatra zugesprochen. Bei Pressburg waren die Grenzen ganz nah, man konnte fast zu Fuß hingehen. Den Ungarn war das natürlich noch nicht genug, sie wollten die ganze Slowakei. Ich sehe die ungarischen Demonstranten mit ihren Kossuth-Krawatten (Ungarischer Freiheitsheld und rufen „Pozsony vissza, mindent vissza: Pressburg zurück, alles zurück (was Ungarn 1919 im Friedensvertrag von Trianon an die neugegründete Tschechoslowakei verloren hatte). Ungarn wurde empfindlich ver­kleinert, Kroatien, Teile Serbiens und das Siebenbürgen ging auch noch an Südslawien bzw. Großrumänien. So im November Dezember wurden weitere Grenzkorrekturen vorgenommen und einige Gemeinden an die CSR zurückgegeben, so z. B. Ceklis bei Pressburg: Sonderstempel der Post „Ceklis sa vratil k vla-sti (Ceklis ist in die Heimat zurückgekehrt). Auch in die nun ungarischen Gebiete konnte man reisen. Die Grenzorgane und das Militär waren sehr diszipliniert. „Kezeit csokolom“ („Küss’ die Hand“) an die Damen war selbstverständlich. Fast konnte man glauben, die ungarischen Soldaten standen noch strammer vor ihren Offizieren#. Nun zurück in die Slowakei. Die Radikalen wie Sano (Alex) Mach u.a. wollten die volle Selbständigkeit von den Tschechen. Also ließ Präsident Hacha (Haha sagten wir) tschechisches  Militär und Gendarmerie um den 10. März in die Slowakei einmarschieren, um mit dem „Spuk“, wie sie sagten, gründlich aufzuräumen.

Da gab es natürlich Bürgerkrieg, besonders in Pressburg, wo strategische  Punkte besetzt wurden, wie Bahnhöfe, Post, Rundfunk und Regierungsämter. Wir konnten nur unter schwierigen Umständen zur Schule oder überhaupt nicht. Es gab mehrere Tote auf beiden Seiten, denn die Hlinka-Garde (1938 verstorbener Pfarrer und Führer der slowakischen  Volkspartei) sowie die deutsche Freiwillige Schutzstaffel (nach der SS aufgestellte Truppe) waren bewaffnet, dazu kamen noch slowakische Militäreinheiten und Polizei, die Armbinden weiß/blau/rot anlegten zum Unterschied gegenüber den Tschechen. Die Unformen und Rangabzeichen waren noch gleich. Die Verbände der Tschechen wurden eingekreist und entwaffnet, so daß sie am 14. März schließlich kapitulierten und nach Böhmen und Mähren abgeschoben wurden. Schließlich wurde am 15. 3. Präsident  Hacha mit einer tschechischen . Delegation nach Berlin bestellt und man ihm eröffnete sein restliches Land, d.h. Böhmen und Mähren werde unter deutschen Schutz als Protektorat zustellen. Nun marschierten abermals deutsche Truppen ein, von den Tschechen nicht freundlich empfangen. Das war das Ende der 1918 gegründeten Tschechoslowakei. Die Slowakei erklärte sich angeblich unter deutschem Druck für selbstständig. Der Prälat Dr. Josef Tiso wurde Staatspräsident, Prof. Tuka Min Präsident  er hatte Jahre wegen Hochverrats in tschechischen  Gefäng­nissen eingesessen. Die Slowakei wurde auch von anderen Staaten anerkannt, de jure oder de facto! Nun kam auch deutsches Militär in die Slowakei, vor allem in die errichtete Schutz-Zone in der Westslowakei. Dort war schon unter KuK Österreich-Ungarn ein sehr guter Truppenplatz, bei den Tschechen auch und nun noch um einiges vergrößert für die deutschen Truppen. Dort wurden immer für Interessierte, vor allem für die Jugend, Kämpfe, Panzer- und Stuka-Angriffe gezeigt, man konnte außerdem an Flakgeschützen herumkurbeln.

Wir waren mit meinem Bruder nach Weyer an der Enns in der Steiermark im August verschickt, wir sollten ja das Reich kennenlernen. Oma war mit Ruth Seeliger in Nordholz bei Hamburg, Karsten Karl bei Hannover. Damals war noch alles zu haben, Spielzeug, Bücher und Photoapparate. Lebensmittel waren manchmal knapp, man sparte schon für einen Krieg. Nachdem angeblich polnische Unterhändler nicht nach Berlin reisten, wegen Danzig und dem Korridor nach dem seit 1919 getrennten Ostpreußen brach am 1.9.1939 mit Polen der Krieg aus.

Korrektur nötig

Die Polen wurden direkt überrannt von der Panzer- und deutschen Mottruppen,  innerhalb von 2 Tagen war die polnische Luftwaffe abgeschossen (Doppeldecker) oder am Boden zerstört. Polnische Kavallerie versuchte auf deutsche Panzer zu attackieren, weil man ihnen erklärt hat, die Deutschen durften laut Versailler Vertrag keine Panzer haben, es wären nur Attrappen. Inzwischen wurde schon seit Jahren, also noch vor Hitlers Machtergreifung in der Sowjetunion geübt, auch mit Flugzeugen. Es hieß nach 18 Tagen, es dauerte mit Polen etwas länger. „Mit Mann und Ross und Wagen, hat die der Herr geschlagen“, kapitulierte Polen. Die deutschen Truppen besetzten weite Gebiete, auch Brest-Litowks und Lemberg, die dann den Sowjets überlassen werden mußten. Nach dem Vertrag mit Ribbentrop in Moskau wurden Interessenzonen festgelegt, das Baltikum mit Litauen, Lettland und Estland der Sowjetunion zugesprochen, dazu noch die Bukowina und Bessarabien von Rumänien. Letzteres wurden ziemlich verkleinert, denn 1940 im 2. Wiener Schiedsvertrag wurde schon das nördliche Siebenbürgen Ungarn zugesprochen. Die Deutschen aus den an die Sowjetunion gefallenen Gebiete wurden in den ehe­maligen Warthegau umgesiedelt, genau so wie die Deutschen aus dem Baltikum. Die Sowjets marschierten nun in das östliche Polen ein, der Staat war von der Landkarte verschwunden. Nun saßen mein Bruder und ich immer noch in der Steiermark und unser Aufenthalt wurde unfreiwillig verlängert, da für die Truppentransporte das Wagenmaterial benötigt wurde. Wir kamen erst um den 13. Sept. heim schon sehnsüchtig von unseren Familien erwartet. Wegen des Krieges mit Polen wurde kurzfristig eine Verdunkelung angeordnet, die bald wieder aufgehoben wurde. Schließlich stellte England an Deutschland ein Ultimatum, die Truppen aus Polen zurückzuziehen und die Kampfhandlungen einzustellen. Als das von Hitler nicht beachtet wurde, erklärte England am 3.9. und nachmittags Frankreich an Deutschland den Krieg. Damit hatte Hitler nicht gerechnet und fürchtete nun einen Vormarsch französisch  Truppen. Es war zwar der Westwall aufgebaut worden, die Franzosen hatten ihre Maginot-Linie, aber es passierte nichts. Das Ganze wurde zunächst als ein sogenannter „Sitzkrieg“ bezeichnet, mit Späh- und Stosstruppunternehmen kurz in das jeweilige Feindgebiet. Viele polnische Soldaten liefen zur Sowjetarmee über, manche traten auf ungarisches und rumänisches Gebiet über um der Gefangenschaft zu entgehen. Diese wurden später weitergeschleust und bildeten die Exilarmee Gen Anders. Die Sowjets internierten die polnischen Soldaten bis nach Sibirien. Offiziere wurden bei Katyn vom NKWD liquidiert, wie, später eine intern Ärztekommission herausfand. Die Soldaten wurden später der polnischen Exilarmee unter sowjetischem  Befehl eingeordnet. Kamen beim späteren Vormarsch der Sowjetarmee auch nach Polen und Deutschland 1940: Begann der Vormarsch nach den Niederlanden, Belgien und Frankreich im rasanten Tempo. Ein Lied "Über Schelde und Rhein, marschieren wir nach Frankreich hinein“. Nun vermuteten die Alliierten, dass wie

im 1. Weltkrieg die deutschen Truppen über Belgien nach Nordfrankreich marschieren würden und warfen ihre besten und schlagkräftigsten Truppen, unterstützt vom britischen Expeditionskorps dorthin. Aber der damalige Generalstabs ‘General entwarf einen Plan über Sedan. Das funktionierte bestens mit Panzerdivisionen zur Somme und die in Nordfrankreich vorrückenden alliierten Truppen waren so in einem riesigen Kessel eingeschlossen. Niederlande kapitulierte schon nach

5 Tagen, Belgien am 28. Mai. Der belg. König blieb bei seinen Truppen und wurde interniert, zuletzt in Österreich- Leopold III. Die niederländische und der Luxemburger emigrierten nach England. Sie wurden später bis nach Kanada verbracht wegen der deutschen Luftangriffe. An der Maginot-Linie verblieb es ruhig, erst als deutsche Truppen hinter die Maginot-Linie gerieten wurde im Elsaß und Lothringen direkt angegriffen. Deutsche Verbände kamen bei Abbeville direkt an die Kanalküste, hoben dabei ganze Garnisonen von Franzosen, direkt vom Übungsplatz aus. Darunter war auch Rommel mit seiner „Gespensterdivision. Obwohl er im 1. Weltkrieg hochdekorierter Infanterieoffizier war, er bekam „Pour le Merite“ für einen Sturm auf einen von Italienern gehaltenen Berg, wie auch Schörner, späterer Generalfeldmarschall im böhmischen  Raum Befehlshaber. Rommel war 1938 als Oberst Kommandeur der Wiener Offizier-Schule. Wurde 1939 Führer des Begleitkommandos Hitlers. Schließlich in Frankreich Kommandeur einer Panzerdivision und 1941 Chef des Afrikakorps. Zurück nach Frankreich, schier unglaublich aber in etwa 40 Tagen war Frankreich geschlagen. Am 5. Juni begann die Schlacht an der Somme mit Ziel Frankreich. Am 14. Juni wurde Paris zur offenen Stadt erklärt, am 24. Juni kapitulierte die französische Armee.

Die Briten zogen sich auf Dünkirchen zurück, wurden von französisch  Truppen abgeschirmt. Hitler befahl seinen Truppen den Stop, für alle unerklärlich. So konnten sich über 300.000 Mann nach England retten, darunter auch Franzosen und Belgier. In England wurde das letzte Motorboot für die Rettung ihrer Truppen eingesetzt. Natürlich wurde die gesamte Ausrüstung am Strand zurückgelassen.

Mussolini wollte sich bis 1942 nicht am Krieg beteiligen, er wollte als Neutraler so besser dem Reich helfen und mit der Aufrüstung war die italienische Armee nicht soweit. M. besetzte 1939 Albanien, der König Zogu floh mit seiner Gemahlin, einer ungarischen Gräfin Apponyi. Doch am

10. Juni erklärte Mussolini ganz unerwartet den Krieg an GB und Frankreich Er wollte sich bei dem rasanten Vormarsch der Deutschen auch noch Gebiete in Südfrankreich sicher. Nach schweren Kämpfen eroberten die Italiener Menton und Nizza. Diesen Streifen erhielten sie auch als Besatzungsgebiet. Im Juli begannen die Italiener den Vormarsch von Libyen aus nach Ägypten unter Graziani. Die Briten wichen zunächst zurück, holten dann jedoch aus und nahmen Libyen bis etwa El Agheila.

Im Oktober begannen die Italiener Griechenland anzugreifen, auch nur mit geringem Erfolg, da der Winter eingebrochen war. Die Griechen drängten die Italiener bis nach Albanien zurück. Habe es vergessen, im April wurden Dänemark und Norwegen besetzt „Weserübung“. Leider für die Kriegsmarine mit großen Verlusten verbunden, der moderne schwere Kreuzer „Blücher“ wurde in der Oslobucht durch Landtorpedos versenkt, 10 Zerstörer vor Narvik. Britisch-französisch  Landungen bei Narvik

 

und Andalsnes konnten zurückgeschlagen werden durch Gebirgsjäger, gestrandete Marinesoldaten und als Verstärkung Fallschirmjäger unter dem damaligen Oberst Dietl. Er befehligte später im Krieg gegen die Sowjetunion in Norwegen und Finnland. Er wurde noch Generaloberst und erfreute sich hoher Sympathie Hitlers.

Im Jahre 1941 ging es dann weiter. Das befreundete Jugoslawien mit der Regierung des Kronprinzen Paul, der nach der Ermordung des Königs Alexander in Marseille 1934 für den noch minderjährigen Sohn Peter II regierte wurde durch Putsch serbischer Generale abgesetzt. Es kam zu antideutschen Ausschreitungen, so daß Reichsdeutsche per Schiffen auf der Donau evakuiert wurden. Wir haben die Schiffe bei Pressburg sehen können.

Nachdem Außenminister Molotow (richtig hieß er Skrjabin) angeblich unverfrorene Forderungen an das Reich gestellt hatte, beschloß Hitler die Sowjetunion anzugreifen. Das Unternehmen „Barbarossa“ nahm seinen Lauf. Die Sowjets lieferten zwar Güter in rauhen Mengen und waren für das Reich von großer Bedeutung, die deutschen Gegen-Lieferungen waren nicht so umfangreich aber Hitler dachte, das alles kann ich umsonst bekommen. Eisen, Erdöl, Weizen, Vieh und auch Arbeitskräfte. Als Molotow in Berlin war wurde er mit allen Ehren empfangen, als Hymne wurde die „Internationale“ gespielt aber in der Wochenschau ausgeblendet. Unvorstellbar, im Reich die verhaßte Internationale hören zu müssen.

Nun kam unerwartet der Balkanfeldzug dazwischen, „Barbarossa“ musste verschoben werden und man kam dadurch in den argen Winter 1941/42. Jugoslawien mit seinen langen Grenzen konnte von allen Seiten vom Land her angegriffen werden. Aus der Ostmark, aus Ungarn, Rumänien, wo deutsche Lehrtruppen stationiert waren - Gen Antonescu war sehr deutschfreundlich und wurde mit Ostgebieten vertröstet - schließlich marschierten deutsche Truppen nach Bulgarien ein. Am 6. April 1941 hörte man morgens vor der Sondermeldung das Lied „Prinz Eugen, der edle Ritter“, da wusste jedermann nun kommt Jugoslawien dran und gleich Griechenland mit um die Italiener zu entlasten. Auch ungarische Truppen waren an dem Feldzug beteiligt, sie bekamen dann das Donau-Theissdreieck, Gebiete um Esseg und noch einiges zugesprochen.

Nun waren die jugoslawisch und griechisch Armee dem Ansturm der nun kriegs-erprobten Wehrmacht niemals gewachsen, gelandete Briten halfen da auch nicht viel und machten wie in Dünnkirchen einen „siegreichen“ Rückzug. Nach 12 Tagen kapitulierte Jugoslawien, im Mai dann Griechenland. Der König flüchtete mit seiner Familie nach Ägypten. Der Pellopones wurde durch Fallschirmjäger. eingenommen und am 20. Mai wurde Kreta angegriffen aus der Luft und mit Schiffen wurden Gebirgsjäger angelandet. Im Osten landeten italienische Truppen. Allerdings waren die Verluste hoch!

Etwas früher wurde das Deutsche Afrika-Korps in Libyen gelandet um die Italiener zu retten. Rommel hatte noch nicht alle Verbände zur Verfügung er stieß jedoch gleich bei El Agheila auf die Briten, teilte sogar noch seine Truppen in drei Keilen und stieß auf Bengasi vor. Mit kurzen Pausen wegen des schwierigen Nachschubs - es musste ja alles über das Meer gebracht werden, ging es bis nach Ägypten El Alamein, ca. 60 km vor Alexandria! Pläne reiften heran, Rommel in den Orient, andere Verbände über den Kaukasus. Auch für die deutsche Luftwaffe gab es reichlich Ziele, britische Schiffe, die Nachschub nach Tobruk brachten, die Festung wurde von Briten gehalten. Afrika wurde überwiegend von Australiern und Neuseeländern und Indern verteidigt. Außerdem befanden sich in Tobruk polnische und tschechoslowakische Exiltruppen. In Pressburg las ich Tobrucka ul und erfuhr, dass damals eine Kompanie der tschechesslowakische. Exilarmee gekämpft hat! Auch die Jagdflieger erzielten Erfolge, besonders Hauptmann Marseille, der als Oberfähnrich hinkam, über 153 Luftsiege erzielte. An einem Tag

12 feindliche Maschinen abgeschossen hat und durch einen Motorschaden zum Absturz kam und den Fliegertod starb.

Die U.S.A. waren zwar noch neutral belieferten jedoch die Briten sehr

mit Kriegsmaterial. Sogar freiwillige Amerikaner dienten in der Brit. Airforce. Die Amerikaner verkauften den Briten 50 alte Zerstörer (Vierschornsteiner) auf Grund des Lend-Lease (Leih-und Pachtgesetz) für den Geleitschutz gegen Tausch mit brit. Stützpunkten in der westliche Hemisphäre. Es kam auch schon vereinzelt unbeabsichtigt zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Bei Island wurde so ein Vierschornsteiner von einem U-Boot torpediert, die USS Greer, in der Meinung, es sei jetzt ein Schiff der brit. Marine, der Royal Navy. Die USA verlegten ihre Schutz-Zone immer weiter in den Atlantik, übernahmen Geleitschutz für brit. Konvoys nach Europa bis zu einem gewissen Punkt, wo sie von der Royal Navy übernommen wurden. Es kam der 7. Dez. 1941 an dem die Japaner Pearl Harbour angegriffen haben. Das war mit den Verbündeten nicht abgesprochen, Deutsche, Japaner und Italiener führten jeweils ihren eigenen Krieg. Die Sowjetregierung und das Kaiserreich Japan schlossen sogar einen Neutralitätspakt ab, der bis August 1945 auch eingehalten wurde. Erst als für die Sowjetunion in Europa der Krieg beendet war, griffen sie zur Unterstützung der Amerikaner und Briten im Fernost an. Hitler vor lauter Begeisterung und anschließend Mussolini erklärten den Vereinigten Staaten am 11. Dez. 1941 den Krieg.

Doch zurück nach Europa, wo etwas verspätet, der Ostfeldzug am 22. Juni um 3,05 Uhr begann. „Von Fillnad bis zum schwarzen Meer, vorwärts ....“ Ich war für eine Straßensammlung im Parteilokal und hörte die Sondermeldung. Für mich dachte ich, das wird kein „Blitzfeldzug“ mehr, vom 1. Weltkrieg wusste man von der Zähigkeit der russischen Soldaten. Obwohl Stalin von dem Angriff informiert war, er konnte es einfach nicht glauben, dass Hitler wirklich # einen Feldzug gegen einen sehr gut gerüsteten Gegner wagen würde. Wider Erwarten, selbst die deutsche Generalität war über die großen Anfangserfolge überrascht. Eine Heeresgruppe stieß durch das Baltikum nach Leningrad (St. Petersburg) vor, eine 2. HG Richtung Moskau und eine 3. Hg. Richtung Ukraine. Der Ostfeldzug firmierte als Kampf gegen den Bolschewismus und entsprechend war auch die ausländische Beteiligung. Finnen, Ungarn, Rumänen mit ganzen Armeen, Slowaken

mit der „Schnellen Division“, Kroaten stellten ein Regiment, spanische Freiwillige in der Div. Azul (Blaue Division) Viele „germanische“ Freiwillige und Letten in der Waffen SS. Später kam noch eine italienische. Armee dazu. Franzoden dienten in der SS-Division Charlmagne (Karl d. Große). Sowjet Gefangene wurden in 100.000 Mann eingebracht, bei Kiew und Wjasma-0rel über 600.000 Mann. Leningrad, Moskau wurden nicht erreicht und dann kam der furchtbare Winter und die deutschen Truppen hatten keine Winterausrüstung. Wozu auch, denn bis zum Wintereintritt wäre die Sowjetarmee geschlagen worden. Im Reich wurde zum Spenden von Wintersachen aufgerufen, es wurden Pullover, Schals, Handschuhe gestrickt. Warme Unterwäsche und Skier gespendet. Diese Sachen kamen allerdings erst im Frühjahr 1942 an, da wurde es wieder warm. Die häufigsten Verwundungen waren Erfrierungen und als Folge Amputation. Unserem Heinz in damals Leipzig, Inges Mann wurden alle Zehen amputiert. Die Sowjets begannen Gegenoffensiven mit sibirischen Truppen, die noch dazu Kälte gewöhnt waren. Doch nach geringen Rückzügen kam die Front zum Stillstand. Auf der Halbinsel Krim konnte der Hafen Sevastopol nicht eingenommen werden, erst 1942.

Was passierte an der ostamerikanischen Küste, wo die US Navy noch nicht mit U-Boot Angriffen rechnete. Die waren aber schon da und versenkten was nur ging (vol Buch Paukenschlag“) angeblich schlimmer als Pearl Harbour. Nun wurden auch Lieferungen für die Sowjetunion fällig, die nach Murmansk und Archangelks mit großen Geleitzügen geliefert wurden. Diese waren natürlich ganzen Rudeln von U-Booten, sog. „Wolfsrudel“ ausgesetzt. Dazu kamen noch aus Norwegen Luftangriffe, beide setzten den Geleitzügen oft schwere Verluste zu. Mein Lehrerkollege Bittner war Torpedomaat auf einem U-Boot, sie durften kurz durch das Seerohr auf das beleuchtete New York schauen.

Auch Bayern waren in der Kriegsmarine, ein ehem. Wachoffizier wohnt noch in der Willibaldstraße, war dann Eisenbahner. Der Sohn vom BfV des Mü-Ost Rangierbahnhof blieb als U-Boot Kapitän draussen.

1942 ging es im Osten wieder munter weiter, Richtung Kaukasus, in die Ukraine bis Stalingrad, Moskau hat man sich für später aufgehoben. Stalingrad wurde nie ganz erobert, denn am westlichen Wolgaufer klammerten sich die Sowjettruppen fest um für einen späteren Gegenangriff eine Basis zu haben. Dort befehligte Gen. Tschuikow der 1945 mit der B. Sowjetarmee an der Einnahme Berlins teilgenommen hatte. Am 19.Nov. war es dann soweit, die Sowjets begannen mit der Schlacht um Stalingrad, wobei sie mit starken Panzerkräften nördlich bei Rumänen durchbrachen. Einige Tage später südlich von Stalingrad ebenfalls, bei Rumänen. Göring versprach in den Kessel Nachschub zu bringen was auch anfangs gelang und Verwundete wurden herausgeflogen. Mein Onkel Franz wurde auch verwundet und herausgeflogen. Als dann die Sowjettruppen die beiden Flugplätze eingenommen hatten und gegen die deutschen Überflieger, die Nachschub jetzt nur abwerfen konnten starke Flakkräfte postiert hatten, war

es mit dem Stalingradkessel vorbei. Der noch zum Generalfeldmarschall beförderte Paulus kapitulierte am 2. Februar 1943. Etwa 90.000 Deutsche, dazu noch Rumänen gerieten in Kriegsgefangenschaft.

Was geschah in Nordafrika? Am 23. Okt. begann General Montgomery mit einer gewaltigen Qffensive, erwurde später noch Fieldmarshal und zum Duke of El Alamain geadelt. Am 7. Nov 1942 landeten Britische und US-Streitkräfte bei Casablanca, Oran und Algier. Die dort befindlichen französischen  Verbände leisteten Widerstand, gaben jedoch bald auf. Sie wurden in die freie französische  Armee unter Gen de Gaulle eingeglie-dert. Das Afrikakorps zog sich bis nach Tunesien zurück, nach Tunis wurden weitere deutsche Verbände gebracht, die mit teilweisem Erfolg gegen Briten und Amerikaner kämpften. Gen. Eisenhower wurde alliierter Oberbefehlshaber, der brit. Befehlshaber abgelöst und für ihn der US-General Patton eingesetzt. Trotzdem mußten besonders die US-Truppen viel Lehrgeld zahlen, da sie keinerlei Fronterfahrung besaßen. Bei einer Schlacht in Tunesien wurden Tausende Amerikaner als Gefangene eingebracht. Ihre Panzer von deutscher 8,8 Flak reihenweise abgeschossen. Die Amerikaner hatten eine Vorliebe für Wolkenkratzer, sagte ein deutscher Panzergeneral, deshalb bauten sie so hoch und wurden bald erkannt. Ein Panzer soll möglichst niedrig gebaut sein. Ab 1942 wurden auch aus England US-Luftwaffe eingesetzt, unter Gen Spaatz die B. Airforce. In Nordafrika die 9. Airforce, die natürlich deutsche Stellungen und Nachschub mit Erfolg angriff. So kapitulierten bei Tunis im Mai 1943 die deutschen Verbände in Afrika. Rommel war schon länger krank und zur Erholung am Semmering. Er war bei der Einnahme von Tobruk im Juni 1942 zum Generalfeldmarschall befördert worden.

Gen Patton war als Rauhbein bekannt, schlug und beschimpfte sogar verwundete US-Soldaten als Drückeberger und Feiglinge und wurde daraufhin abgesetzt. Erst bei der Invasion in der Normandie wurde er als Befehlshaber der 3. US-Armee eingesetzt. Er war angeblich einer der fähigsten US-Generale. Er kam 1945 bei einem Autounfall ums Leben. Etwa über 200.000 deutsche Soldaten gerieten in US-Gefangenschaft, die alle nach den USA verbracht worden sind. Es ging ihnen vorzüglich, hatten reichlich zu essen, mußten zwar arbeiten aber erträglich. Sie bekamen Bücher, Zeitungen, Rundfunk, Education, also Unterricht in Englisch, wer wollte. Saubere Kleidung, gefärbte Uniformen aus US-Beständen mit PW draufgemalt (Prisoner of War).

Sie wurden z. T. ab 1946 nach Deutschland entlassen oder auch an die Briten und Franzosen übergeben.

Nun begann der Krieg in Europa, „auf den schwachen Unterleib Italien“. Die Inseln Lampedusa und Pantelleria wurden im Handstreich genommen. Die Italiener hatten zum kämpfen keine große Lust mehr! Schließlich hatten sie Abbesinien, Spanien und ab 1940 Krieg geführt und

nun sollte Italien zum Schlachtfeld werden, Bombenangriffe fanden

schon statt. Am 10. Juli landeten die Alliierten auf Sizilien, US-Truppen bei Agrigento und Gela, die Briten bei Syrakus. Patton drang schnell nach Palermo vor und dann entlang der Nordküste nach Messina, wo gerade brit. Truppen eingetroffen waren. Letztere hatten längs der Ostküste schwere Kämpfe zu bestehen. Am 9.9. landeten die Alliierten im Golf von Salerno. Italien hatte vorher schon unter Gen Badoglio kapituliert, Mussolini wurde von Königstreuen Truppen - Emanuel III festgenommen und auf dem Gran Sasso interniert. Der Faschismus war am Ende.

In einem spektakulären Angriff von Fallschirmjägern konnte Mussolini befreit werden wobei auch der Hstf der SS Skorzeny eine Rolle spielte. Er stieg mit ins Flugzeug und brachte M. zum Führer. Skorzeny wurde zum Sturmbannführer (Major) und mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.

Nachtrag zu 1941 Jugoslawien. Bald nach dem Sieg über Jugoslawien bildeten sich Partisanengruppen unter Tito (Du das), richtiger Name Josip Broz, ein Kroaten. Er geriet im 1. Weltkrieg als

Kuk Wachtmeister in russischer Gefangenschaft und lernte dabei den Kommunismus kennen. In Jugoslawien war er mehrmals in Haft. Zunächst in kleinen Gruppen in Serbien und Montenegro begann er eine Widerstandsgruppe gegen die deutsche und italienischer Besatzung in den Kampf zu führen. Er war sehr geschickt im Taktieren und hatte auch Erfolge, aber auch Niederlagen hinzunehmen. Er rekrutierte immer wieder Kämpfer aus dem Land. Als Italien kapitulierte, ergaben sich auch italienische  Soldaten den TITO-Truppen oder übergaben die Ausrüstung. Als dann Süditalien durch die Alliierten besetzt worden war, kam enormer Nachschub über die Adria. Im Mai 1944 unternahmen Fallschirm- und Heerestruppen einen Angriff auf Tito’s Hauptquartier, wo sie ihn beinahe erwischt hätten. Ein Neffe von Churchill wurde auf der Insel Vis (Lissa) gefangen genommen.

In Wien war eine Ausstellung zu sehen über div. Beutestücke und auch Titos Marschalluniform. 1944 wurde die JNA gebildet (Jugoslawische National Armee) und ging zur offenen Feldschlacht über und war an der Einnahme Belgrad’s mit Sowjettruppen im Okt beteiligt. In der Folge gelangten Tito-Truppen über Istrien bis nach Triest, das sie jedoch wieder räumen mußten, die Stadt blieb bei Italien.

Die Alliierten rückten in Italien nur langsam vor, behindert durch die Gebirge. Die Amerikaner auf der weltlichen Seite, die Briten mit Truppen aus den Dominien (Australier, Neuseeländer, Inder) auf der Adria-Seite. Eine Landung bei Anzio-Nettuno war ein Mißerfolg. Rom wurde am 4. Juni 1944 erreicht durch die 5: US-Armee. Die brit. B. Armee

an der Adriaküste auch in schwere Kämpfe verwickelt. Am 28. April 1945 kapitulierte die deutsche Südarmee bei Neapel, die Unterhändler

der Deutschen wurden über die Schweiz geflogen. Grosse Teile Oberitaliens konnten erst jetzt besetzt werden. In Vipiteno (Sterzing) trafen sich Spitzen der 5. und der 7. Armee von Innsbruck kommend. Im Osten ging die Schlacht mit zunehmender Heftigkeit weiter, denn die Sowjets näherten sich der deutschen Grenze. Es wurden immer wieder Gegenangriffe unternommen, so in Ostpreußen und in Ungarn. Im Aug. kapitulierte Rumänien, im Mittelabschnitt gelang den Sowjets eine Offensive, In Warschau brach ein Aufstand der polnischer Heimatarmee aus und in der Slowakei der slowakische Nationalaufstand. So betrachtet, war die gesamte Ostfront in Gefahr. Bulgarien wurde besetzt, obwohl die Bulgaren niemals mit den Russen oder Sowjets Krieg geführt haben, weder im 1. noch im 2. Weltkrieg. Das haben sie sich ausbedungen,

aus Dankbarkeit von der türkischen Besatzung!

Rumänien musste ca. 100.000 Mann stellen zur Unterstützung der Sowjetarmee, ebenso die Bulgaren in mir nicht bekannter Zahl, die zuletzt bis nach Österreich kamen.

Der weitere Verlauf bis zur deutschen Kapitulation dürfte bekannt sein, in Reims vor den Westalliierten unter Anwesenheit eines Generals der Sowjetunion. In Berlin bestand Marschall Schukow auf eine Kapitulation unter Beisein des US-General Spaatz, des brit. Luftmarschalls Tedder, sowie des französische  Generals de Lattre de Tassigny.            ....•

Meine Kriegserlebnisse:

bzw. Jugend: Am 1. April trat ich in den deutschen Turnverein ein, besonders, weil dort wirklich geturnt worden ist, wie Geräte-Bodenturnen, Handball und Völkerball, nicht Fußball. Es gab nur 1 Fähnlein, ca. 120 Jungen, gegliedert in 3 Jungzüge mit jeweils

3 Jungenschaften. Ende 1938 nach einer Aufnahmesperre ein 2. Fähnlein. Nach 1938 und 1939 war der Ansturm groß und so wurde nach Stadtbezirken eingeteilt, ich kam zum 3. Fähnlein, es gab noch ein 4. Fähnlein. Das 5. Fähnlein war der Spielmannszug. Er bestand aus Kleinen Trommeln, große Landsknechtstrommel, Querflöten und Fanfaren. Später wurde noch das Jungvolkorchester angeschlossen. Etwa 1942 übernahm ich das Jungvolkorchester als Dirigent, dazu nahm ich einen Schnellkurs in der Musikschule. Die richtigen Einsätze geben, Partitur lesen usw. So mit 8 Jahren begann ich am Klavier und später ab 10 J Violine zu spielen, ich besuchte die Städtische  Musikschule bis etwa Ende 1943.

Etwa 1942 erhielten wir die deutsche Staatsbürgerschaft zugesprochen. Ein Umzug ins Sudetenland, wie es manche sofort nach dem Anschluß unternahmen, kam für uns zunächst nicht in Frage. Wir konnten in

der Slowakei bleiben, zumal was hätten wir z. B. in Mähr. Neustadt gemacht. Nachteile in der Schule, wir mußten das erhöhte Schulgeld zahlen, ich war nun plötzlich in meiner Geburtsstadt Press-burg Ausländer!  Ich war in der 7.K1 des Deutschen Lenard-Gymnasiums (L. war gebbürtiger Pressburger, in Deutschland erfolgreicher Physiker) Ich war also auch wehrpflichtig, wurde Ende 1942 einer Tauglichkeitsuntersuchung bei der Heeresmission in Pressburg unterzogen und bekam Februar 1944 eine Einberufung. Damit ging ich zu unserem Rektor, Dr Heller (der stellte mir nach dem Krieg ein Zeugnis aus) um mich beraten zu lassen. In der Slowakei gab es noch keine Kriegs- oder Notmatura (Abitur. Wir waren mehrere Schüler davon betroffen und gingen zur Deutschen Gesandtschaft Kulturattache und zur Heeresmission um Rückstellung. Es wären Verhandlungen im Gange um den Reichsdeutschen eine Kriegsmatura zu ermöglichen. Die einheimischen wurden nicht einberufen und sollten 8 Kl Gymnasium absolvieren. Ich erhielt Rückstellung bis Ende September 1944. Durch die Ereignisse am 20. Juli (Hitlerattentat) wurde der Reichsführer SS Himmler (Reichsheini) Chef des Heimatheeres und sämtliche Rückstellungen wurden annulliert. Im Juli 1944 war ich mit der Rundfunkspielschar im serbischen Banat auf Kulturreise, kam Ende Juli zurück. Mutti weinte, ich fragt ist jemand verstorben? Nein, aber Du mußt am 3. Aug nach Wien einrücken.

Noch etwas vergessen, aber damit fängt es an:

1943 wurden in Deutschland und auch in den deutschbesiedelten Gebieten Wehrertüchtigungslager eingerichtet, 4 Wochen vormilitärische Erziehung. Ausbilder waren Wehrmachtsangehörige, die verwundet oder nicht mehr fronttauglich waren, meist dekoriert mit EK I und II Kl. So wurden auch aus Pressburg ca. 30 Jungen im Alter 16/ 17 J einberufen. Wir wurden von 2 SS-lern abgeholt und per Viehwagen über Wien - Linz nach Marienberg zwischen Selzthal und Admont gelegen, gebracht. Wir kamen dort morgens um 4 Uhr an, sollten uns ruhig verhalten weil andere noch geschlafen haben und wurden in freie Stuben untergebracht. Das waren lauter Holzbaracken und später vormittags sehen wir weiter. Gegen 10 Uhr standen wir auf, holten Frühstück, schwarzer Ersatzkaffee, Semmeln und Mehrfruchtmarmelade. Wir stellten uns den Anderen vor, die kamen aus dem serbischen Banat, also östlich Belgrad, aus Kikinda, Werschetz, Weisskirchen, Betschkerek. Wir mußten antreten je nach Größe und wurden abgezählt. Je 10 Jungen in eine Stube, so wurden wir gleich vermischt. Sie sprachen ein schwäbisch, für uns nicht leicht verständlich aber wir halfen uns mit serbisch - slowakisch und auch ungarisch aus. Später beherrschten wir auch ihren Dialekt. Dann kam der Lagerführer, ein früherer HJ-Führer und Heeresleutnant, die Ausbilder gehörten alle zur Waffen SS. U.E. das konnte nicht lange gutgehen. Wie wir

später erfahren haben, wurde der Leutnant ausgetauscht. Und es wurde ein SS-Führer eingesetzt. Später wurde nach Schulklassen einberufen, meine Klasse kam im Dezember nach Marienberg. Da ich die Wehrertüchtigung schon als 1. Lager hinter mich gebracht hatte, blieb ich

zu Hause und genoss den Unterricht mit ca. 10 Schülern, die nicht für die Ausbildung tauglich waren oder nicht fuhren, das gab es auch. Leider waren noch keine Drillich-Uniformen da, sollten aus Bamberg kommen, so wurde leichter Dienst angesetzt in eigener Uniform der Jugend bzw. in Zivil. Es wurde Kartenlesen, Marschieren nach Kompaß. Und Marschieren mit Gesang geübt. Der Wallfahrtsort Marienberg. Und das Kloster Admont wurden besichtigt. Aber der 1. Ausbilder, ein Ober-Scharführer (Feldwebel) kündigte uns schon an „Wartet nur im Pimpfe“ (das waren normal 10-14 J) „dann wird Euch noch das Wasser im A kochen“. Unsere Befürchtungen wurden noch übertroffen, denn wir waren ja bei der Waffen SS gelandet. Die Gymnasiasten wurden ja schon als Offizier-Anwärter angesehen, für die hat man extra Späßchen bereit. Devise:“ Hart gegen sich Selbst, noch härter gegen andere“

Da gab es Nachtübungen, stockfinstere Nacht, in Marienberg keine Straßenbeleuchtung. Und keine Taschenlampen benützen, im Reich herrschte totale Verdunkelung! Dann Maskenball, abwechseln in verschiedenster Kleidung. Und marsch marsch antreten. Einmal Drillich, dann Sportkleidung, Nachtkleidung oder eigene HJ-Uniform. Die Stube mit Betten (Doppelstock), Tische und Hocker wurden im Freien aufgestellt, wie vorher in der Stube. Als Marschkolonne, plötzlich Tiefflieger oder Panzer, volle Deckung in den Dreck. Spähtrupp machen, 3-5 Jungen begannen in einem Abschnitt festzustellen, was es dort

gab und mußten schriftlich melden. Ich schriee einmal nichts, weil

es eben nichts gab. Auch das war falsch, ich hätte melden müssen, dass es nichts gab, also keine Feindberührung. Das wäre für meinen Einheits-Führer auch von Bedeutung gewesen! Es wurde auch eine Werbeaktion für die Waffen SS durchgeführt. Und wir bekamen Annahmescheine ausgehändigt, also noch vor einer Tauglichkeitsprüfung. Wer wollte, hätte gleich einrücken können, es wurde damals die 12. Panzerdivision „Hitlerjugend“ aufgestellt, die praktisch ohne Einsatz in Frankreich lag und erst während der Invasion zum Einsatz kam. Es wurde erzählt, das die Kanadier ihnen die Hosen auf kurz geschnitten hätten und sie zurück geschickt zur eigenen Truppe. Nach 4 Wochen war es vorbei und wir haben es überlebt. Meine Klasse hatte es dann im Dezember etwas besser, die konnten viel Skifahren.

Dann wurde mir eröffnet, ich werde zur Division zbV (zur besonderen Verwendung) „Brandenburg“ versetzt, kam also von der Hoch- u. Deutschmeister-Division  weg. Die Brandenburg war die Haustruppe des Abwehrchefs Admiral Canaris. Es wurde mir dann von einem Leutnant erklärt was es da für Sondereinsätze aber auch normale Fronteinsätze gab. Ich wurde daraus noch nicht schlau, aber wir werden es noch erleben. Inzwischen war es Ende August ich wurde noch mit einem aus der Slowakei stammenden Soldaten auf einen Lkw geladen und weggefahren, es ging an Schwechat vorbei, ich kannte ja die Gegend. Bei Hainburg stand eine Wagenkolonne, gut getarnt wegen der Tieffliegerangriffe. Wir meldeten uns beim Einheitsführer, damals einem Lt. Pawlowsky, den traf ich nach dem Krieg, er wohnte auch in der Agricolastr. Er fragte mich seit wann ich aus Pressburg weg wäre, ich antwortete am 3. Aug. Er holte einen Stadtplan hervor und zeigte mir Objekte, die er besetzen sollte das slowakisch  Verteidigungsministerium! Meine Frage, wieso, es seien doch Verbündete, antwortete er mir, es sei in der Slowakei ein Aufstand ausgebrochen und jetzt wäre ein Eingreifen auf Bitte des slowakischen  Präsidenten Dr. Tiso erforderlich. Wie käme man am besten dorthin, wir erwarten noch Sturmgeschütze oder Panzer. Ich warf ein, erlaubte mir es jedenfalls, wenn die Slowaken einen Aufstand aus-gerufen haben, werden sie sicher ihre Strassen bewachen. Also schlug ich Nebenstrassen vor, ich kannte mich doch aus. Das Risiko war, ob die Nebenstraßen nicht versperrt oder durch Barrikaden gesichert werden. Später erfuhren wir Einzelheiten, es war ein Vorteil, dass unsere Einheit, eine Kompanie „Brandenburg“ immer gut informiert wurden. Dazu ist folgendes: Etwa zu Weihnachten 1943 kamen verschieden Leute zusammen um gegen den deutschfreundlichen Tiso zu opponieren, außerdem rückte die russische Front näher. Dr. Husak als Kommunist, späterer Staatspräsident der Tschechoslowakei, Novomesky und Smidke sowie noch Sonstige kamen überein, zu gegeben Zeitpunkt, evtl. wenn die Sowjets die slowakische Grenze erreichen würden mit einem Aufstand zu beginnen. Dazu benötigt man unbedingt das Militär, dazu wurde mit Stabsoffizieren Fühlung aufgenommen. Die selbst hatten auch schon einen Aufstand geplant um sich „reinzuwaschen“. Das Offizierskorps war ja betroffen da sie z. T. in der slowakischen . „Schnellen Division“ gegen die Sowjetunion gekämpft haben. Der spätere General Stabschef als Oberstleutnant GOLIAN war auch Stabsoffizier in der schnellen Division, manche Generale als Division Kommandeur und mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Der Verteidigungsminister Gen. Catlos deckte das gesamte Unternehmen und beauftragte seinen Stabschef mit der Führung unter Beförderung zum Brigadegeneral. Scheinbar wurde gute Verbindung zur tschechoslowakischen  Exilregierung Benes nach London unterhalten, denen der Aufstand nur recht sein konnte um die deutsche Front zu schwächen. Die sandten noch einen General Viest zur Unterstützung nach Banska Bysrica (Neusohl) in der Mittelslowakei wo der slowakische  Nationalaufstand ausgerufen wurde. Es war geplant, dass die Sowjets beim Überschreiten des Duklapasses von dort anwesendem slowakischen  Armeekorps unterstützt werden sollte, wobei dort vorhandene deutsche Truppen eingeschlossen worden wären. Sowjettruppen sollten dann unbehelligt durch die Slowakei fahren und den Flughafen Schwechat bei Wien besetzen, nicht die Stadt Wien, denn da wäre die Bevölkerung zu versorgen gewesen. Schwechat vermutlich für spätere Luftlandungen vorgesehen. Aus dem Plan wurde nichts, denn die Sowjets kamen gegen den deutschen Widerstand nicht vorwärts. Die dahinter angeblich für die Verteidigung „schanzenden“ slowakischen  Soldaten, „Arpadlinie“ griffen teilweise deutsche Stellen, Stützpunkte an und wurden durch die Aktion „Kartoffelernte“ entwaffnet. So fiel ein ganzes Armeekorps, über 20. 000 Mann für den Aufstand aus.

Das alles stand nicht im Wehrmachtsbericht (besitze die kartonierte Ausgabe) in der Mitte Oktober 1944 eine kurze Mitteilung über Bandenkämpfe und Ende Oktober, der Aufstand sei niedergerungen worden. Am 28.10. war es mit dem Aufstand zu Ende, es ging in Partisanenkämpfe über, ein Teil der Soldaten entlief nach Hause und stellte sich dort der neugebildeten Domobrana (Heimwehr) zur Verfügung.

Mit meiner Truppe kamen wir unangefochten über die Donaubrücke, gelangten zu dem Verteidigungsministerium, nahmen die Wachen gefangen und einige Offiziere. Die Wichtigsten waren jedoch schon nach Neusohl ins Aufstandszentrum unterwegs. Wir waren Nähe Gebirgspark in der deutschen Gastwirtschaft am „weissen Kreuz“ ein­quartiert, z. T. in dem ehemaligen deutschen Säuglingsheim, dem späteren Mädcheninternat. Wir machten weiterhin Ausbildung und leichten Wachtdienst. Meine Mutter war hoch erfreut mich so unerwartet wieder zu sehen, auch Bekannte meinten, ich wäre auf Urlaub. Im Urlaub geht man nicht mit Gewehr und Stahlhelm herum. Die slowakische  Garnison war ebenfalls entwaffnet worden und es war ruhig. Wir gingen auch in der Freizeit herum spazieren oder ins Kino. Wir hatten keine Truppenküche, verpflegten uns in der Wirtschaft mit Frühstück und Mittag- sowie Abendessen falls wir nicht in der Stadt irgendwo speisen waren. Der Wehrsold wurde auf ein Konto überwiesen, das sah ich nie wieder aber wir erhielten Verpflegungsgeld, pro Tag 72 slowakische Kronen Ich kannte ja die bisherigen Preise, ab deutscher Besetzung sind diese leicht gestiegen aber man konnte damit immer noch fürstlich leben. Für ein gutes Mittagessen bezahlte man 25.- 30 SK, Frühstück beim Wirt 5 SK, also Geld reichlich für unsere Truppe. Normale Soldaten bekamen kein slowakisches  Geld, die wurden ja verpflegt. Später erzählten mir deutsche Soldaten als ihnen gegen Reichsmark nichts verkauft wurde, in Pressburg hätten sie ohne Anstand mit RM bezahlen können. Das war bei deutschen Gastwirten, Geschäftsleuten und Weingärtnern möglich, weil sie pro forma die Mark annahmen und ihnen in Wirklichkeit das Essen oder den Wein schenkten!  In der Slowakei war mit der RM nichts zu machen, sie war wertlos! Etwa nach dem 20. Sept. wurden wir in die deutsche Schutzzone nach Rohrbach verlegt, wo man uns auch den altgedienten noch den letzten Schliff verpasste. Da wurde „scharf“ geschossen, Handgranaten geworfen und mit Granatwerfern geübt. Nachtangriffe auf Wachtposten, Nachtmärsche, Sprengübungen unter

 

Anleitungen von Pionierfachleuten, schmale Stege bauen usw. Wir wurden ganz schön gehetzt. Dann div. Waffen wie die englische STEN- MP, sogar mit Schalldämpfern, russische Nagant-Revolver ebenfalls mit Schalldämpfer, Russ MP, sog Balalaikas weil -Sie ein rundes Magazin hatten mit voll aufgeladen 73 Schuß. Da konnte man schon eine Zeitlang schießen, die deutsche MP benötigte bereits 2 x Magazinwechsel. MG 42 mit sehr schneller Schußfolge daher viel Munitionsverbrauch, slowakisches  leichte MG mit auf­setzbarem Magazin mit 20 Schuß. Also jeden Tag volles Programm. In der Schutzzone hatten wir schon eine Truppenküche, es wurden uns die Hälfte, also 36 slowakische Kronen für Verpflegung abgezogen. Es blieb uns immer noch genug, denn wir hatten kaum Gelegenheit das Geld auszugeben. Ich kaufte mir ein Kleinrundfunkgeräte „Phillips Philetta“ für ca. 800 Sk. Dann Sporthemden unter die Uniform und graue Socken, damit war das Strümpfe stopfen erledigt! In der Nacht zum 1. Nov. 1944 wurden wir per Bahntransport nach Trentschin-Teplitz, einem Kurort verlegt. In Trentschin-Tepla wurden die Kfz entladen und wir nach T-Teplitz gefahren. Dort waren Hotels genug, die von anderen Truppen geräumt waren. Wir waren also gut untergebracht. Wir hatten auch gute und reich liehe Kost, trotzdem besserten wir unser Essen bei einem Feinkost-Händler noch auf. Schinken, Käse, Wein, Schokolade kauften wir da ein und waren bei dem Kaufmann gern gesehene Kundschaft. Auch die Konditorei nahmen wir uns vor. -

Anfang November 1944 begannen die ersten Einsätze in der Slowakei und zwar gegen die Partisanen. Gleich der 1. Einsatz begann erfolgreich der Chef, ein Fw und ein Jäger wurden mit dem EK II ausgezeichnet. Was da so geschah erfuhren wir nicht, nur die Beteiligten wussten näheres und waren zum Schweigen verpflichtet. So wurde es gehandhabt, keine eingesetzte Gruppe gab Einzelheiten begann, also strengste Geheimhaltung. Höchstens so rein per Zufall von einem guten Spezl! Am 15.11. war unser Zug dran, wurden gegen 4 Uhr geweckt, schnell Kaffee und Marmeladenbrot um nicht ganz nüchtern unterwegs zu sein. Wir sollten in der Nähe eine Gruppe Partisanen aufspüren. Rein per Zufall erwischten wir gleich einen, der im Dorf einen Schneider aufsuchte um an seiner Bluse etwas nähen zu lassen. Das war sein Pech, schon hatten wir einen. Dann -später stießen wir auf eine etwa 20 Mann starke Gruppe der Partisanen, worauf ‘ sich ein Gefecht entwickelte. Besonders ein Maschinengewehr war unangenehm und zwang uns in Deckung. Darauf der Leutnant: Das MG muss weg O Unsere Gruppe lag dazu am günstigsten, nur wer macht das? Der Feldwebel genauer: Uhor unternehmen -Sie was Wir ROB noch ohne Dienstgrad a ‘ also Jäger wechselten wöchentlich als Gruppenführer ab um Praxis zu erwerben. Ich hätte also einem anderen Kameraden beauftragen müssen. Das fiel mir schwer, irgendeinem den eventuell  tödlichen Auftrag zu erteilen. Da ich ein guter Handgranaten-Werfer war, traute ich mir die Sache zu. Ich legte alles Unnötige ab, nahm nur eine Handgranate und Revolver mit, bat um Schützenhilfe.

D.H. die Übrigen Jäger mußten das feindliche MG befeuern und dabei robbte ich mich auf 30 m heran. Dann ein Wurf und es war vorbei. Als ich dann an das MG herankam, wurde mir speiübel, wie das aussah. Ich hatte einen Menschen direkt umgebracht. Solange man nur auf den Gegner geschossen hat, sah man nicht genau ob man ihn verletzt oder getötet hat. Von der feindlichen Gruppe ergriffen einige die Flucht, 4 Mann nahmen wir gefangen. Dann -sah ich noch einen, so in Lederjacke der auch die Flucht ergriffen. Dem setzte ich nach, wir beschossen uns, bis er zunächst eine Tasche wegwarf und dann da er sich verschossen hatte, aufgab. Ich hatte mir die Wegwurf stelle gemerkt, holte die Tasche und übergab diese dann unserem Chef, der sie an den Komp Chef weitergab. Der Rest der Einheit war später zu unserer Unterstützung nachgerückt. Wie sich -später herausstellte, hatte ich einen exzellenten Fang gemacht. Es war ein sowjetischen  Hauptmann als Kurier mit guten Unterlagen. Jedenfalls war ich für das EK II reif, welches dem Leutnant, 4 Kameraden und mir am 29. Nov. verliehen wurde. Besonders ich hatte Narrenfreiheit, die ich aber nicht ausgenützt habe. Der Uhor fängt einen Hauptmann - Kurier, das hat es bei der Einheit noch nicht gegeben! Das rettete mich Februar 1945 beim unabsichtlichem Abhören von Radio Moskau! Wie sich bei der Einvernahme der Gefangenen herausstellte war er eine Tscheche aus Brünn. Wir hatten bei unserer Einheit auch Kameraden aus Brünn. Nun wohnte einer in der gleichen Gasse, kannten sich jedoch nicht. Zu den Tschechen: Gleich nach Ausbruch des slowakischen Aufstandes wurden im damaligen Protektorat Böhmen-Mähren auch Freiwillige angeworben. Im Protektorat wurde weiterhin tschechischen  Militär belassen, zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Erst nach dem Attentat auf den stelle. Protektor Heydrich durch aus

London eingeflogene Agenten, wurde das Militär aufgelöst. Die brauchten nun aber Beschäftigung, waren gut ausgebildet und so wurden sie in die Slowakei auf drei Routen eingeschleust! Bei einer Durchschleusung war ich auch beteiligt. Die 6 Mann wurden während der Übernachtung schon auf slowakischen Boden ausgehoben, die gleiche Zahl tschechisch sprechender Kameraden liefen weiter. In Puchöv an der Waag löste unsere Einheit die früheren Bahnhofswachen von der 178. Volksgrenadier. Die. ab. Die waren froh und wurden später nach dem Westen abgezogen. Sie wurden im Dez. 1944 bei der „Rundstedt-Offensive“ gegen US-Truppen eingesetzt. Nun wurden Tage vorher 2' Waggons mit defekten Lkw und Munitionswaggons abgestellt. Diese wurden von den „Einschleusern“ gesprengt und eine wilde Schießerei entfacht. Das konnten die Eisenbahner und Anwohner wahrnehmen und an die nächste Befehlsstelle der Partisanen melden. Die waren erstaunt, was da für eine Gruppe aus dem Protektorat in Anmarsch kam. Im Nov. kam ich

mit einigen Kameraden in die Theiss- Tokajer Gegend nach Ungarn. Dort lagen uns Rumänen gegenüber, es wurde kaum geschossen. Die Rum. hatten auch eine Lust auf ihre früheren Verbündeten zu schießen, jetzt standen sie unter sowjetischen Befehl. Im Dezember war eine kleine Gruppe unserer Einheit in Zivil in Neusohl um steckbriefliche Partisanen festzunehmen, einen Part. haben wir erwischt. Im Januar kam ich als Ausbilder zu Slowaken nach Sekule in der deutschen Schutz-Zone, nahe der Grenze zu Mähren (Protektorat. Anfang Februar wurde ich zu einer Kampfgruppe als Dolmetscher für ungarisch abgeordnet. Diese sollten aus dem Norden einen Entlastungsangriff Budapest starten nachdem solche aus dem Westen fehlgeschlagen waren. Die Sowjets waren dort zu stark. Die Kampfgruppe bestand aus ca. 500 Mann, deutsche und ungarische Truppen mit 3 Sturmgeschützen. Nach anfänglichen Erfolgen scheiterte auch dieser Einsatz. Budapest wurde Mitte Februar aufgegeben ! Unsere Einheit - ein schwaches Battalion - hatte ihre Kampftruppe in Tr-Teplitz, einen Meldekopf in Pressburg und den Ersatz bzw. Ausbildungseinheit in Sekule. Ende März näherten sich Sowjettruppen und Rumänen der Stadt Pressburg. Die Stadt wurde zur Festung und sollte verteidigt werden. Zunächst sollten Teile unserer Einheit auch für Pressburg vorgesehen werden, der Plan wurde aber aufgegeben. Wie ich bei der Heimkehr nach dem Krieg feststellen konnte, lagen im Gebirgs-Park viel Munition. Der Park war deshalb gesperrt und ich gelangte unwissend dorthin. Sowjet. Posten wiesen mich zurück. Da die Sowjets nördlich über die kleinen Karpaten vorrückten, waren wir gefährdet, so daß das ganze Lager geräumt wurde. Wir behielten nur notwendiges Sturmgepäck, der Rest wurde auf Lkw und Pferdefuhrwerke verladen und Richtung Iglau in Bewegung gesetzt, Triesch (Trest) war unser Ziel. Wir waren auf russische Panzervorstöße vorbereitet und bekamen auch die Panzerfaust und zahlreiche Handgranaten ausgehändigt. Unser Rückzug verlief über Sudmähren - Nikolsburg Znaim mit einer Übernachtung.

Es waren 2 Märsche je 60 km, ganz schön anstrengend für uns Marsch-ungewohnten. Zum Glück hatten wir mit den Bergschuhen keinerlei Blasen, wenn auch die Schuhe schwer waren. In Triesch, es war fast rein tschechisch wurden die Slowaken herzlich aufgenommen „Es hieß unsere Jungens“. Drei Tschechen spielten sich schon als Partisanen auf nur fehlten ihnen Waffen, die sie von unseren Slowaken bekommen würden. Sie hatten einen fabelhaft ausgebauten Bunker mit Liegegelegenheiten, Respekt wie die das gebaut haben. Nun hatten unsere Slowaken nichts für die Tschechen übrig, die sie ja Jahre betrogen haben in der CSR. Ich wurde in slowakische  Uniform gesteckt und wir gingen zum Schein auf das Angebot ein, verhafteten jedoch die Tschechen. Meine ganzen Slowaken wurden nach Prag in Marsch gesetzt.

Jetzt wurde wir zu Partisanengruppen eingeteilt um nach dem Einmarsch der Sowjets und Amerikaner tätig zu werden. Ich kam mit einer Gruppe in den Böhmerwald bei Hirschbergen. Im Wald fanden wir eine Schutzhütte vor in der wir uns gut einrichteten. Es war etwa Mitte April und noch viel Schnee. Wir erwarteten Waffen und Lebensmittel, die wir nach genauen Plänen dort vergraben haben, für unsere spätere Tätigkeit. Man rechnete, dass die Sowjets die frühere Tschechoslowakei besetzen würden. Durch den raschen Vormarsch der US-Truppen gelangten diese auch in die CSR und besetzten den westlichen Streifen von Böhmen, Karlsbad - Rokicany (östl. Pilsen) bis vor Budweis. Also würden wir es mit Amerikanern zu tun bekommen. Als das Vergraben beendet war, wurde nur ein kleiner Teil unserer Truppe dort belassen - im Dreiländereck Bayern - Böhmen - Österreich. Das war besonders günstig gelegen, wir hätten jeweils ausweichen können. Der überwiegende Teil wurde mit Lkw in Richtung Brünn gefahren, wo wir noch bei Rositz zum Einsatz kamen. Ich kannte das Gebiet, es war der frühere Masaryk-Ring, eine bekannte Autorennbahn. Mein Vater war ziemlicher Autofan und wir waren 2 x

zu einem Autorennen dort. Da fuhren Rosenmeyer, Carraciola, Nuvolari, u.a. Der Frontabschnitt war ruhig, auch die Sowjets hatten keine große Lust den Heldentod zu sterben im Gegensatz zu Berlin und anderen deutschen Städten. Am 28. April wurde Brünn eingenommen und wir machten uns auf den Rückzug in Richtung Böhmerwald. Vor Iglau wurden wir noch von einem Greifkommando der Waffen SS angehalten, die uns wieder an die Front schicken wollten. Seit 1944 hatte die SS immer mehr zu melden, es waren über 30 Div. Waffen SS aufgestellt. Wir zückten unsere Waffen gegen die 3 Würstchen und sie zogen ab ohne uns zu behelligen. Westlich Iglau in einem Dorf wollten wir uns „zivilisieren“, stellten auf alle Fälle Wachen aus und begannen von den Tschechen gegen Tausch Lebensmittel, Zigaretten, Süßigkeiten Zivilkleidung zu beschaffen. Jeder dachte nur an sich, auch die Wachen kleideten sich ein, die Tschechen lachten zwar, das wir jetzt „Schluß“ machen, aber es ging alles geordnet zu. Plötzlich kamen Partisanen an, die uns natürlich nur zusammentreiben mußten, die Waffen hatten wir sonst wo liegen und an Gegenwehr war nicht zu denken. Ich weinte vor Wut über dieses Debakel! Ein Tscheche sagte, „Weine nicht, es passiert euch nichts, wir brauchen nur euere Waffen“. Ich verstand also kein Wort, denn auf Deutsche aus den Sudeten waren sie scharf, die hätten uns gleich niedergemacht. Nach 2 Tagen wurden wir den Sowjets übergeben und kamen in Vesely Mezimosti bei Budweis in ein Gefangenenlager, es war 3. Mai. Lagern im Freien, tagsüber war es schon warm aber die Nächte noch kalt. Es waren ca. 3000 Gefangene, Deutsche, Ungarn und Weißrussen (sog. Wlassowtruppe) . Das Essen war miserabel, obwohl ja-reichlich deutsche Vorräte im Protektorat lagerten. Die Russen bedienten sich zunächst für ihren eigenen Bedarf. Beim gesamten Vormarsch lebten sie aus dem Land. Rinder, Schweine und Hühner wurden zusammengetrieben oder sonst bei den Bauern geplündert. In den ersten Tagen hörten wir viel Schießerei und glaubten, jetzt kommen wir auch dran! Es wurden nur Weiß-Russen erschossen und da nur ab und zu, wie die Sowjets Lust und Laune hatten. Es waren schließlich Verräter mit denen man keinen Pardon ausübte - Wlassovcov postrielame (Wlassowleute erschießen wir. Schließlich benötigte die Sowjetunion Arbeitskräfte für den Wiederaufbau ihres zerstörten Landes. Gegen Ende Mai wurden wieder Leute

mit russischen Sprachkenntnissen aufgerufen um als Dolmetscher zu fungieren. Ich meldete mich auch, hoffte ich doch etwas mehr Freiheit zu haben, aus dem Lager herauszukommen und zu flüchten.

Noch ein Einwurf aus Prag: Dort brach ein Aufstand aus, denn die Tschechen wollten sich selbst von der deutschen Herrschaft befreien. Am 4. Mai begann es, es wurden auf Deutsche und auch Militär Jagd gemacht, erschossen, gequält u.s. Es brachen Straßenkämpfe aus aber auf die Dauer waren die Tschechen dem deutschen erfahrenem Militär nicht gewachsen. Einen Amtmann Slowieczek lernte ich in München kennen, er schilderte mir seine Lage so. Am 4. Mai sollte er sich bei der Bahndirektion in Prag melden, wurde von Widerstandskämpfern festgesetzt in einer Reitschule. Dort wurde er am B. Mai von SS-Truppen befreit. Wie mir ein ehemaliger Mitschüler erzählte, hat die SS bis zum 15. Mai bis zum Verschluß und Verbrauch der Lebensmittel Widerstand geleistet.

Als sie sich dann ergeben haben, wurden manche von ihnen erschossen, Niklas, so hieß er gab sich als Wiener aus, ihm wurden nur Zähne ein-geschlagen. Manche wurden am Wenzelsplatz in Prag verkehrt gehängt, mit Benzin übergossen und angezündet. Die Wlassowrussen kämpften auf tschechischer  Seite mit, die sehr froh über diese Unterstützung waren. Diese Russen erhofften sich dann etwas Gnade und Rücksicht. Am 10. Mai trafen Truppen des Marschalls Konjew aus Sachsen kommen, in Prag zur Befreiung ein. Benes, im Februar 1945 noch in Kaschau residierend, traf auch in Prag ein und verbreitete mit seinen Hasstiraden Antideutsche Stimmung. Die berühmten Dekrete wurden erlassen, wie Beschlagnahme des deutschen Eigentums und die Ausweise. Die Volksgerichte fällten Urteile

gegen Deutsche und auch tschechische  Kollaboranten. So wurde der Nachfolger des ermordeten Heydrich, Karl Hermann Frank öffentlich gehängt, nachdem er von Amerikanern ausgeliefert wurde. Der deutsche Bürgermeister von Prag, der Präsident Hacha uvm. Der Sudetenführer K. Henlein tötete sich mit Glassplitter. Der Volksgruppenführer aus der Slowakei Franz Karmasin konnte sich gut verstecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

Friday July 21, 2006 - 09:36am (CEST) Permanent Link | 0 Comments

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